Berichte und Stories

CY-666

>>>058.2565
>>>FEARLESS-Zentralalrena
>>>VIP-Lounge

Nervös rieb sich der Professor die Hände und fuhr mit der Zunge über die trockenen Lippen. Hinter dieser Tür warteten die wichtigsten und mächtigsten Männer der FEARLESS-Company darauf, sein neuestes Projekt in Aktion zu sehen. Wenn alles zu ihrer Zufriedenheit verlief, würde er auf Jahre ausgesorgt haben. Der Vertrag mit der Company würde mindestens fünf weitere Jahre intensive Forschung und Entwicklung sichern. Wenn sie allerdings ablehnten...

Der Professor atmete noch einmal tief durch und betrat die VIP-Lounge. Als die Tür zur Seite glitt, starrten sämtliche Augenpaare auf ihn, was nicht gerade dazu beitrug, seine Nervosität zu verjagen. Doch nun gab es kein Zurück mehr. Er räusperte sich kurz und begann mit der Präsentation.

≥Meine sehr verehrten Herren, ich fühle mich zutiefst geehrt, daß sie mir diese Gelegenheit geben, ihnen mein neuestes Projekt vorzustellen.„
Schweigen. Nur hier und da ein kurzes Kopfnicken.
≥In den letzten fünf Jahren haben mein Team und ich nahezu ohne Pause geforscht, entwickelt und gebaut, und ich denke, daß wir nun in der Lage sind, ihnen ein Ergebnis präsentieren zu können, daß sie alles bisher gesehen vergessen lassen wird.„

Nach wie vor zeigten seine Zuhörer keinerlei Reaktion, doch das störte ihn erstaunlich wenig. Allmählich fühlte er sich in seinem Element und so fuhr er fort.
≥Wir haben sämtliche zur Verfügung stehenden Daten aller bisher im Einsatz befindlichen Guardians und Droiden analysiert, verglichen und daraus...„
≥Ersparen sie uns die ermüdenden und unwesentlichen Details, Herr Professor. Wir haben unsere Zeit nicht gestohlen. Kommen sie also zum Punkt.„
≥Natürlich. Wenn sie ihre Aufmerksamkeit bitte auf den Holo-Projektor richten würden.„
Auf einen Knopfdruck hin erwachte der Projektor surrend zum Leben und präsentierte das Abbild eines Droiden. Umringt von ständig wechselnden Daten über die Leistungsmerkmale rotierte die Projektion um ihre Längsachse. Endlich zeigten die Anwesenden einige Regungen. Gemurmel erhob sich und neugierige Blicke musterten das Hologramm.
 
≥Meine Herren, darf ich vorstellen: der CY 666 N. Ausgestattet mit dem besten, was die Technologie im Moment zu bieten hat. Bestehend aus einer neuartigen Legierung erhält er seine strukturelle Integrität noch in Bereichen aufrecht, die eines Guardians würdig wären. Dabei ist er jedoch, durch die relativ geringe Größe, wesentlich schwerer unter Feuer zu nehmen. Die Vortex 1000 in seinem rechten Arm, ist an ein Zielerfassungssystem gekoppelt, welches einem einmal gewählten Opfer unmöglich macht ...„
≥Ist ja alles sehr beeindruckend Herr Professor, aber bislang nur Theorie. Wir wären da eher an einer praxisorientierten Präsentation interessiert.„
≥Selbstverständlich. Es ist alles vorbereitet. 666 wartet nur auf seinen Einsatzbefehl. Lehnen sie sich zurück und genießen sie die Show.„
Einen Knopfdruck und auf dem Holo-Projektor gab einen optimalen Blick über die Arena, mit einem weiteren Knopfdruck
hatte der CY 666 N grünes Licht für seinen ersten offiziellen Einsatz.
 
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>>>FEARLESS-Zentralarena
>>>Gate der Heimmannschaft

Zischend öffnete sich das Gate und gab den Blick auf die Arena frei.
>scanning area..mainly plain..several trees..one builduing..code yellow
>system check.. vortex..check.thorns..check.target system..check.systems o.k.
>start mission
Mit schweren Schritten betrat 666 die Arena. Sein metallischer Körper spiegelte sich im Licht der Scheinwerfer, während er ohne Umschweife auf das erste Waldstück zuschritt. Plötzliche öffnete sich eine Tür im zweiten Stock des Gebäudes und der erste Gegner eröffnete das Feuer. Ein Lasergewitter brach über 666 herein und  traf ihn am Torso.
>code red
>status...98% 
>lock target...locked.fire
Die rotierenden Läufe der Vortex reflektierten das Scheinwerferlicht und jeder Schuß wurde von einem Blitz begleitet. Zu spät realisierte der Gegner, was ihm da bevorstand. Kugel um Kugel schlug in ihn ein und wenige Sekunden später lag er tot am Boden
>status: target.0%
>mission accomplished
 
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>>>FEARLESS-Zentralarena
>>>VIP-Lounge

In der VIP-Lounge war es still. Totenstill. Nicht einmal das leiseste Geräusch war zu vernehmen und allmählich stieg Panik im Professor auf. Hatte er sich zu viel auf seinen Droiden eingebildet? Oder waren diese großkotzigen Bonzen einfach zu verwöhnt? Was wenn er eine Kleinigkeit übersehen hatte? Da riß ihn das ungeduldige Trommeln von Fingern auf der Tischplatte aus seinen Gedanken.
≥Ganz nett, Herr Professor. Aber noch keine große Leistung.„
≥Natürlich nicht. Wir wollten uns nur langsam steigern. Phase zwei beginnt umgehend.„
≥Wie sie meinen, aber ich weise sie darauf hin, daß wir in einer halben Stunde den nächsten neuen Kandidaten in Augenschein nehmen wollen. Sie sollten sich also damit beeilen uns zu beeindrucken.„
≥Selbstverständlich.„
Der Professor kochte innerlich vor Wut. Was bildeten sich diese arroganten Mistsäcke eigentlich ein? Allerdings hatten sie recht. Wenn er wirklich an diesen Vertrag wollte, so mußte er jetzt alles auf eine Karte setzen. Er atmete kurz durch, bevor er seinen Kommunikator aktivierte.
≥Professor an Zentrale. Phase vier beginnen.„
Wieder richteten sich alle Augen auf den Holo-Projektor. Alle bis auf die des Professors. Dieser blickte mehr durch das Hologramm hindurch und hoffte inständig, daß alle klappen würde.
 
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>>>Dach des Gebäudes

Geradezu provokativ deckungslos stand der Cy 666 N am Rande des Daches und suchte die Gegend ab, als ein C-Type, ein Plasmode und ein G 2k II nahezu gleichzeitig aus einem nahegelegenen Waldstück hervorbrachen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen scannte er die Gegner, verglich sie anhand seiner Datenbank und traf sein Entscheidung.
>target 1: G 2k II...target 2: Plasmode...target 3: Cysione
>checking threat level...G 2k II: 80%...Plasmode: 60%...Cysione: 40%
>lock target...locked.fire
 
Nahezu gleichzeitig eröffneten der Cy und seine Gegner das Feuer. Ein wahres Armageddon brach über ihn herein, als die Waffen des Guardians und des Plasmoden ihre Spur der Verwüstung über seinen metallischen Körper zogen, um so den Ansturm des Cysionen zu decken. Doch so plötzlich es gekommen war, so abrupt wurde die Durchschlagskraft des Sperrfeuers geschwächt, als die Kugeln der Vortex den linken Arm des Guardians mitsamt der Waffe in ihre Einzelteile zerlegten. Doch wo jeder andere Kämpfer nun kurz seine Taktik überdacht hätte, fuhr der Cy ungerührt fort.
>status...87%
>status: target...75%
>fire
Mit tödlicher Präzision setzte er eine weitere Salve in den Guardian. Laut krachend schlugen die Projektile in den Torso des angeschlagenen Gegners ein und zogen ihre todbringende Spur hinauf zum Kopf, der Sekunden später, in seine Bestandteile aufgelöst, um den Körper des Guardian verstreut lag.
Zeitgleich erwischte ihn jedoch der Plasmode ein weiteres Mal. Sein Strahl fraß sich tief in sein linkes Bein, was ihn einiges an Beweglichkeit kostete. 
>status...75%.speed level...50%
>status: target...0%
>checking threat level...G 2k II: 0%...Plasmode: 90%...Cysione: 50%
>lock target...locked.fire
Wieder aktivierte der Cy seine Vortex und wieder spuckte sie ihre tödliche Ladung in Richtung Gegner, nur wurde der Einschlag der Geschosse dieses Mal nicht mehr von metallischem Krachen sondern von schmatzenden Geräuschen begleitet, ganz so, als ob jemand mit der blanken Faust in das Innere einer überreifen Wassermelone schlug. Unter lautem Aufheulen knickte der Plasmode ein und mußte feststellen, daß ihm die Salve des Droiden fast das rechte Bein abgetrennt hatte. Und auch das linke Bein war angeschlagen, wodurch er seinen Schuß verrissen und somit nur den Torso des Cy getroffen hatte.
Einmal mehr checkte der Cy seine Systeme und den Zustand seines Gegners.
>status...70%
>status: target...62%
>fire
 
Ohne Gnade pumpte er eine erneute Ladung Blei in sein Opfer hinein, das vor Schmerzen nur noch sehr langsam reagieren konnte. Zu langsam für 666 und seine Projektile. Begleitet von schmatzenden Geräuschen zog sich die Spur der Einschußlöcher vom rechten Arme quer über den Torso zum linken Arm hin. Röchelnd brach der Plasmode zusammen. Zwar versuchte er noch einmal, sich zu wehren, doch sein Schuß verfehlte den Droiden um Längen.
>status...70%
>status: target...41%
>fire
Ein letztes Mal heulte die Vortex auf, als sie die Projektile mit aller Wucht in Richtung Plasmode spuckte.  Ein letztes Mal ertönten die schmatzenden Einschlaggeräusche, als die Kugeln den Torso hinabwanderten, um Cy‚s Opfer die Beine buchstäblich auseinanderzureißen. Ein letztes Mal blickte der Plasmode zum Droiden hinüber und brach dann blutüberströmt und tot zusammen.
>status...70%
>status: target...0%
>checking threat level...G 2k II: 0%...Plasmode: 0%...Cysione: 100%
Das Geräusch von langen Krallen auf metallenem Untergrund begleitet von Knurren und Fauchen ließ 666 herumfahren. Während des Schußwechsels hatte sich der Cysione ihm unbemerkt nähern können und stürmte nun auf ihn zu. Doch wo jeder andere den Kopf verloren hätte regierten bei ihm nur klare und kalte Logik.
>lock target...locked.fire
Während der Cysione ihm entgegen sprang aktivierte der Droide erneut die Vortex und schickte die Projektile auf ihre zerstörerische Mission. Mit dumpfem Aufprall schlugen sie in Armen und Torso ein, konnten den Cysionen in seiner Wut jedoch nicht entscheidend verlangsamen, so daß er für weitere Salven zu dicht heran war, was sich umgehend in Form eines kräftigen Bisses in den rechten Arm bestätigte. Knirschend fuhren die Fänge des Cysionen ins Metall und zermalmten die Vortex.
>status...50%
>status: target...90%
>attack
Nach diesem kurzen update, also nur Sekundenbruchteile später, schoß der linke Arm des Cy vor und die Titaniumdornen gruben sich tief in die Brustplatte des Cysionen. Dieser kreischte auf und schnappte nach dem linken Arm des Droiden und hinterließ auch dort deutliche Spuren.
>status...43%
>status: target...84%
>attack
Erneut zuckte die Hand des Cy vor und die Dornen fuhren in die gerade gerissene Wunde. Erneut jaulte der Cysione auf, doch dieses Mal verfehlte sein Biß 666‚ Arm, was sich bitter rächen sollte. Wieder schlug der Droide zu und wieder traf er den Torso. Gezeichnet, aber vor Wut rasend, verbiß sich der Cysione in das bereits zerstörte Bein des Cy und riß daran, doch dies war der entscheidende Fehler.
>status...33%....red alert
>status: target...69%
>attack
Bereits auf Reserve und im kritischen Bereich laufend, schoß die Hand des 666 erneut vor und dieses Mal fand sie das optimale Ziel. Begleitet vom lauten Knacken des Knochens verschwanden die Titaniumdornen im Schädel des Cysionen. Dieser stieß einen markerschütternden Schrei aus, sank zu Boden und wand sich noch einige Sekunden im Todeskampf bevor er mit einem letzten Zucken beendete.
>status...33%....red alert
>status:target...0%
>checking threat level...G 2k II: 0%...Plasmode: 0%...Cysione: 0%
>mission accomplished
>returning to gate
Langsam und von elektrischem Surren begleitet wankte der Cy 666 N zurück in Richtung Gate
>>>058.2565
>>>FEARLESS-Zentralarena
>>>VIP-Lounge

In der Lounge herrschte Grabesstille. Die Nerven zum Zerreißen angespannt wanderte der Blick des Professors unruhig im Raum umher. Er war selbst ein wenig überrascht über die Leistung seines Droiden. Wenn sie das nicht überzeugt hatte, was dann? Die Sekunden verstrichen und schienen sich zu Ewigkeiten auszudehnen, während er auf eine Reaktion der Offiziellen wartete.
Schließlich räusperte sich einer der Herren und nickte den anderen zu. Auf dieses Zeichen erhoben sie sich,  gingen wortlos am Professor vorüber und verließen den Raum. Einer nach dem anderen ging und würdigte den Professor keines Blickes. Es schien fast so, als wäre er nicht existent.
Er verstand die Welt nicht mehr. Was sollte das alles? Hatte er all die Jahre geforscht, gebastelt, getestet, korrigiert und weitergeforscht, nur um jetzt ignoriert zu werden? Falls ja, so bedeutete dies das Ende seiner Arbeit. Ein Räuspern schleuderte ihn in die Realität zurück. Einer der Offiziellen, der letzte von ihnen, stand vor ihm und reichte ihm die Hand.
≥Meinen Glückwunsch, Herr Professor. Das war eine recht beeindruckende Vorstellung. Wir nehmen ihren Droiden unter Vertrag. Seien sie Morgen gegen 10 Uhr wieder hier, um die genauen Modalitäten zu klären.„

Dann verließ auch er den Raum und der Professor war allein . . . 

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