Mit erwarteten 100.000
Besuchern locken die Essener Spielertage auch kleine Unternehmen wie uns
auf die größte Publikumsmesse für Spielwaren, die in diesem
Jahr auch Comic's erstmals im Angebot hatte. Es fragt sich nur was Comic's
mit Spielen zu tun hat.
Geboten wurde auch
in diesem Jahr wieder alles, vom Babyspielzeug über Kinder- und Jugendspiele,
Jonglieren, Zaubern, Hopsburg, Tigerrodeo, Kicker, Karten und Brettspiele,
Puzzels, Handpuppen, Postspiele, Rollen- und Liferollenspiele, Tabletop
und selbst Stargäste fehlten nicht wie Schauspieler von Babylon 5
und Zeicher wie Elmore.
 |
Und damit sind wir
dann auch schon in der Halle 6 gelandet, in der wir von Excalibur zum 2.
Mal unseren Stand aufgebaut hatten. Viel Aufwand für eine kleines
Unternehmen wie uns und das nicht nur in finanzieller Sicht. Trotzdem fanden
wir es wichtig, gerade hier unser Spiel zu zeigen und über unsere
Figuren-Herstellung wie auch die DUZI (Zinnfigurenbörse) zu informieren.
Ich denke, für
unsere bescheidenen Mittel, ist der Stand auch ganz nett geworden. Besonders
stolz sind wir natürlich darauf, daß es uns gelungen ist, den
schon für letztes Jahr geplanten Guardian in (fast) Lebensgröße
auf dem Stand zu haben. Eigentlich sollte er ja samt Torbogen und Transparent
auf der Ecke stehen, aber leider stellte sich heraus, daß sich genau
dort eine 1,00 x 1,20 m dicke Säule mitten im Stand befand. Aber wie
sagt man im Showgeschäft immer so schön: Improvisation ist alles.
Und so haben wir "kurzerhand" die Säule verkleidet und mit zusätzlichen
Vitrinen bestückt. |
Gestört hat
sie natürlich immer noch gewaltig. Leidlich mit dem Ergebnis zufrieden,
freuten wir uns auf die Besucher, die dann auch in großer Zahl unsere
Figuren bewunderten und sich unser Spiel FEARLESS erklären ließen.
Da in diesem Jahr
in unserer Halle erstmals auch Comic's untergebracht waren, rechneten wir
mit einer größeren Anzahl an Besuchern, als im Vorjahr. Um das
gleich vorwegzunehmen: Bei uns waren sie nicht, wenn sie denn da waren.
Vielleicht lag es daran, daß wir im letzten Gang der Halle standen
und hier nicht mehr so viele Leute ankamen. Während meiner Besuche
an Ständen, |
 |
die am Rande der Halle lagen, hörte ich jedoch
auch oftmals Aussprüche wie: "Ach das ist die Comic-Halle da gehen
wir nicht rein," oder Aussagen wie: "Das ist die Rollenspiel-Halle, da
gibt es nichts für uns." Und so bogen die Besucher recht schnell wieder
ab und verließen die Halle durch den nächst möglichen Ausgang.
| Verwunderlich finde
ich das nicht - die Halle wirkt nicht gerade attraktiv. Nicht nur, daß
sie erheblich dunkler ist als die anderen und somit schon düster wirkt,
es fehlen auch die aufwendig gestalteten Stände der großen Firmen,
wie sie in den anderen Hallen zu finden sind. Zusätzlich tragen viele
Aussteller noch dazu bei, einen schlechten Eindruck zu vermitteln. Obwohl
vorgeschrieben, sind oftmals nicht einmal Tapeten an der Wand. Vielfach
sind Kisten und Kartons lieblos aufgestellt. Häufig prangen Schilder
an den Ständen, die mit enormen Reduzierungen |
 |
|
 |
 |
|
werben, was schon an unlauteren Wettbewerb grenzt
(alles zum halben Preis!). An einem Stand hat es selbst dafür nicht
gereicht. Es wurden einfach nur ein paar Paletten hineingestellt und ein
paar Poster aufgehängt.Für den Besucher entsteht so der Eindruck
einer Ramschhalle und wo Ramsch ist,
erwartet man wohl kaum interessante Sachen.
Wer sich an dem Eindruck nicht störte, der
wurde dann mit ohrenbetäubendem Lärm vertrieben, der in der Aktionsecke
des Comic-Bereichs zeitweise gemacht wurde. Es war natürlich nicht
einfach nur Lärm, sondern sollte Rockmusik darstellen, glaube ich
zumindest. Bei der Größe der Halle (mit Hall und Echo), kam
jedoch nur ein wirres Bum-Bum und Gekreische durch. Wenn man gerade versucht,
ein Gespräch zu führen oder ein Spiel erklärt bekommt, dann
ist das nicht nur im höchstem Maße stören, es führt
notgedrungen sogar |
 |
 |
 |
zum Abbruch der Aktivität.
Wenn es etwas gab,
in dem der Comic's zum Rollenspiel-Bereich paßte, dann war es die
Standgestaltung, die oftmals einen genau so ärmlichen Eindruck machte.
Insofern konnte man nicht von einer glücklichen Hand reden,
als beschlossen wurde, den Comic-Bereich auch noch in die Halle zu
stopfen.
Ich finde es sowieso
merkwürdig, daß es in den vielen Jahren, die es die Essener
Spielertage gibt, noch keine Änderung gegeben hat, trotz der immer |
 |
wiederkehrenden Beschwerden, daß der Rollenspielbereich
zusammengepfercht in der letzten Halle untergebracht ist.
So zeigte sich an
vielen Ausstellern in diesem Jahr deutlich die Bestrebung aus der Halle
herauszukommen dadurch, daß sie einen 2. Stand in einer der anderen
Hallen hatten. Auch wir werden uns nicht mehr in dieser Halle unterbringen
lassen, denn wir verkaufen keinen Ramsch sonder hochwertige handgefertigte
Miniaturen und unser Spiel, ein Skitaro-Spiel (eine Tabletop-Art), das
genauso von Jugendlichen und Erwachsenen zu spielen ist, wie alle anderen
Spiele. Es ist sogar deutlich leichter zu erlernen, als so manches neu
erschienene Brettspiel.
Als Resümee kann man wohl durchaus sagen,
daß die Halle 6 die unattraktivste Halle der Essener Spielertage
war und sicher nicht zum Ansehen der Veranstaltung beigetragen hat. Sie
führt höchstens dazu, das Image der Rollenspiele zu verschlechtern.
Das sollte aber nicht nur der Veranstaltungsleitung zu denken geben, sondern
auch dem einen oder anderen Aussteller, wenn er seinen Stand für das
nächste Jahr plant. |