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.Magellan

Magellan ist der siebte von neun Monden eines Gasriesen in dem gleichnamigen Randzonensystem der Maygonischen Allianz. Obwohl Magellan ungefähr drei Viertel der Größe der Erde erreicht, ist seine Schwerkraft aufgrund seiner Zusammensetzung wesentlich niedriger, als man für seine Größe erwarten würde. Auch in vielerlei anderer Hinsicht ist Magellan ein außergewöhnlicher Mond. Er umkreist einen Gasriesen, und trotz des Abstands dieses Gasriesens zu den beiden Sonnen des Systems, liefern die Binärsterne genug Wärme, um auf dem Mond Temperaturen zu erzeugen, die Leben erlauben. Die gleichzeitig erzeugten Magnet- und Strahlungsfelder der Doppelsonnen jedoch stellen eine extrem starke Störquelle für das gesamte System dar. Außerdem tritt der Mond bei seiner Umkreisung des Planeten jeweils für lange Zeitperioden in den Schatten des Gasriesen, so daß Magellan in dieser Zeit dunkel und kalt ist. Ohne eine echte atembare Atmosphäre, was aufgrund seiner geringen Maße völlig normal ist, konnte man den Mond durchaus als lebensfeindlich ansehen.
Während des Plasmodenkrieges war Magellan aufgrund eben dieser feindlichen Lebensbedingungen des Mondes und des gesamten Systems als Strafkolonie eingerichtet. Maygonische Verbrecher und später plasmodische Kriegsgefangene wurden in die Gefangenenkolonie verbannt, um dort im Tagebau Erze für die Maygonische Raumflotte zu schürfen. Schließlich nutze die Maygonische Allianz Magellan als Sprungsystem, um von dort aus die entscheidenden Schläge gegen die Plasmoden zu führen, da die Strahlungs- und Magnetfelder des Systems in der Lage waren, die sich sammelnde Armada vor den Sensoren der Plasmoden zu schützen. Außerdem erlaubten die reichhaltigen Erzvorkommen Magellans und seiner Schwestermonde den Bau weiterer Großkampfschiffe in den nach Magellan verlagerten Weltraumwerften.

Gleichzeitig entschloß man sich, Magellan für ein wichtiges wissenschaftliches Experiment zu nutzen, den Test des ersten Atmosphärenschildes. Der vom Maygonischen Wissenschaftsministerium durchgeführte Test sollte zeigen, ob der Prototyp für eine großflächige Verwendung geeignet sei
Fünfzehn Jahre und das Leben tausender Strafgefangener, die an Strahlungsverbrennungen und den plötzlichen Atmosphärenveränderungen starben, kostete das Experiment. Dann war der Weg vom Prototypen zur Serienreife des Atmosphärenschildes geschafft, der die Kolonisierung weiterer Welten erlaubte.
Nach Beendigung des Krieges wurden sämtliche militärischen Anlagen auf Magellan demontiert und die Strafkolonie aufgelöst. Der unter dem Einfluß des perfekt arbeitenden Atmosphärenschilds zu einer bewohnbaren und abgelegenen Welt herangereifte Mond wurde schließlich im Äquatorbereich zu einer wichtigen Ferienkolonie der Allianz. In den kärgeren Polarregion wurden weiterhin die Vorkommen von Sirrillium-Erz abgebaut, das entscheidend für die maygonische Raumfahrt ist. 
In den letzten Jahrzehnten ist Magellan zu einer bevorzugten Koloniewelt der Maygonischen Allianz geworden. Um den Tourismus auf dem blühenden Mond mit der niedrigen Schwerkraft noch attraktiver zu gestalten, handelte die Territoriale Regierung von Magellan mit der FEARLESS-Company einen Vertrag aus, der zum Bau mehrerer Arenen, des auch in der Maygonischen Allianz äußerst beliebten Sports,
Internes Memo maygonisches Wissenschaftsministerium
Atmosphärenschildprojekt

Die Kommission zur Durchführung des Tests des neu entwickelten Atmosphärenschilds hat sich dazu entschlossen, die nötigen Versuche auf der Strafkolonie Magellan durchzuführen.

Ziele dieser Tests sind:

  1. a)  die Überprüfung, ob der Energieschild langfristig eine Atmosphäre auf dem Mond erzeugen und festhalten kann
  2. b)  Versuche, ob die verwendeten Hochenergiefelder des Schilds negative Einflüsse auf biologische Lebensformen nehmen
Magellan wurde aus den folgenden Gründen für die Versuche ausgesucht:
  1. a)  große Entfernung zur Kriegsfront
  2. b)  lebensfeindliche Bedingungen auf dem Mond, die einen Test unter Extrembedingungen erlaubt (siehe Anhang A zu den Strahlungsfeldern innerhalb des Magellan-Systems)
  3. c)  Vorhandensein von ersetzbaren Testpersonen (Strafgefangene und Kriegsverbrecher der Plasmoden), um biologische Effekte zu beobachten
Alle nötigen Genehmigungen wurden bereits bestätigt und ein Forschungsteam ist mit einem Infanterieregiment und den nötigen technischen Materialien nach Magellan aufgebrochen, um eine umgehende Installation des Atmosphärenschilds in die Wege zu leiten.
 geführt hat. Bereits in den ersten Wochen des Baus wurden einige neue Teams gegründet, um als Stammannschaften die Arenen auf Magellan zu nutzen.
Eine sensationelle Entdeckung hat plötzlich Magellan in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Bei den Minenoperationen in der nördlichen Polarregion stieß ein Abbautrupp in großer Tiefe auf einen völlig regelmäßigen Körper aus Sirrillium. Aufgrund der präzisen Abmessungen scheint ein natürlicher Ursprung ausgeschlossen, und die Tatsache, daß dieses Artefakt mit einem Alter von mindestens 600.000 Jahren datiert wurde, führte dazu, daß das Maygonische Wissenschaftsministerium mehrere führende Archäologen der Allianz 
nach Magellan entsandte, um weitere Ausgrabungen auf der Suche nach Hinweisen auf eine frühe Zivilisation durchzuführen.
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