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Aus dem FEARLESS Universum
Das rote Licht
Teil III
eine Story von Dennis Matthias
 
Ich erinnere mich, dass ich aus der Stasis aufgeschreckt und mit dem Kopf gegen die mich umgebende Glaskuppel gestoßen war. Das Schiff bebte von starken Erschütterungen. Als ich meinen Cryobehälter geöffnet und mich mit noch steifen Gliedern aufgerichtet hatte, bemerkte ich, dass die anderen meiner Einheit noch schliefen. Ich musste durch einen Zufall erweckt worden sein. Wie, kann ich nicht sagen. Es musste etwas mit den Erschütterungen zu tun gehabt haben.
Ich wollte mich gerade abwenden, als sich ein weiterer Cryobehälter unmittelbar neben meinem öffnete. Captain White war auch erwacht. Selbst in seiner Unterhose wirkte er respekteinflößend. Auch die kleine Tränen-Tätowierung unterm rechten Auge ließ ihn keineswegs weichlich erscheinen. Dennoch, ähnlich wie ich war er recht verstört über den Zwischenfall. Nach kurzer Debatte entschied sich Captain White, Flipper, wie wir den Großrechner der Delfin scherzhaft nannten, aufzusuchen. Wir verließen die Cryokammer und gingen durch den Hauptkorridor, der uns direkt zur Brücke führen würde. Wir verharrten, als sich plötzlich die beiden Türen zu den Frachträumen am Ende des Ganges öffneten. Heraus traten die Guardians, und ehe wir wussten, wie uns geschah, eröffneten sie das Feuer. Ich konnte mich noch rechtzeitig in einen Seitengang werfen. Als ich auf dem Boden aufschlug, warf ich einen Blick zurück und sah noch, wie Captain White von einer Laser-Salve durchlöchert wurde. Ich dachte nicht länger nach. Ich stand auf und rannte um mein Leben.
Die nächsten Tage verbrachte ich damit, mich vor den Droiden zu verstecken, die im ganzen Schiff patrouillierten. Nur langsam begriff ich, dass sich die gesamten Droiden gegen uns gestellt hatten. Lange habe ich darüber nachgedacht, was wohl geschehen war. Am plausibelsten fand ich die Erklärung, dass die Delfin in einen Meteoritenhagel geraten war und Flipper dabei beschädigt wurde. Aus welchem Grund sollten die Droiden ansonsten Amok laufen? Erst als ich den Durst nicht mehr ertragen konnte, verließ ich mein Versteck.
Ich schlich mich zu den Vorratskammern und deckte mich mit Proviant ein, bevor ich mich zur Waffenkammer begab. Zu meinem Schrecken musste ich feststellen, dass sie bis auf die Uniformen komplett geräumt war. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Ich wusste mit Sicherheit, dass sie bei unserer Abreise gefüllt war. Konnte es sein...? Ich wollte nicht darüber nachdenken und kleidete mich in meine Uniform.
Als nächstes arbeitete ich mich zur Cryokammer vor. Ich musste wissen, was mit meinen Waffenbrüdern geschehen war. Der Weg stellte sich allerdings als überaus gefährlich heraus. Überall waren die CY 102 anzutreffen. Es hatte bald den Anschein, als würden sie einen Eindringling suchen. Und ich ahnte düster, wer dieser Eindringling war.
Nur mit größter Vorsicht konnte ich den Gefahren aus dem Weg gehen und die Cryokammer erreichen. Ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet. Ich hatte gefürchtet, all meine Kameraden erschossen in ihren Cryobehältern vorzufinden. Doch was ich vorfand, verwirrte mich zutiefst. Alle Behälter standen offen und waren leer. Keine Toten, keine Blutspuren. Nichts. Die Kammer war einfach leer.
Ich erinnere mich, wie ich nach einer Lösung suchte: „Vielleicht sind meine Kameraden doch irgendwie aus dem Tiefschlaf erwacht, haben die Gefahr erkannt, sind zur Waffenkammer und haben sich gegen die Droiden gerüstet? Aber wieso ist niemand, nicht ein Mann auf die Idee gekommen, seine Uniform vom Haken zu nehmen? Weshalb sind keine Schüsse zu hören? So viele Ranger können die Droiden doch unmöglich übersehen!“



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