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Aus dem FEARLESS Universum
Das rote Licht
Teil II
eine Story von Dennis Matthias
 
Nach dem Rauswurf fasste Dr. Stone einen Entschluss. Er wendete sich an die Medien und veröffentlichte seine bisherige Forschung in namhaften Wissenschaftsmagazinen. Die Geheimhaltung des Projekts war damit natürlich undenkbar. Die Enttäuschung des neuen Teams als auch der weltweiten Bevölkerung war groß, als die Neuversuche noch niederschmetterndere Fehlschläge hervorbrachten als früher. Deshalb legte man das TAD-Projekt vorerst auf Eis.
Im Jahre 2552 begannen dann die Kampfhandlungen des Imperiums mit den Plasmoden. Die Verluste waren verheerend. Die eingesetzten Droiden konnten durch neueste Technik zwar sehr robust und langlebig hergestellt werden, doch wiesen sie eine taktische Schwäche auf, die von den Plasmoden leicht auszunutzen war. Die Kosten stiegen ins Astronomische. Das Imperium sah nur einen Ausweg. Es holte das alte TAD-Forschungsprojekt wieder aus den Schubladen und schickte nach Dr. Stone und dem Rest des Entwicklerteams. Es bedurfte einigen rhetorischen Geschicks und einer immensen Summe überzeugenden Geldes, um Dr. Stone zur erneuten Zusammenarbeit mit dem Militär zu bewegen. Durch Dr. Stones neue Erkenntnisse, die er bei seinen Arbeiten während des laufenden Krieges gewonnen hatte, machte das wieder aufgenommene Projekt unglaubliche Fortschritte. Das taktische Geschick der TAD ließ selbst ranghohe Militärs vor Neid erblassen. Newrotrans erstrahlte in neuem Licht. Dennoch neigten die TAD zu gelegentlichen Ausfällen, die sich auf dem Schlachtfeld als fatal hätten herausstellen können. Fehlschaltungen schienen der Grund für gelegentliche Desorientierung und Zielerfassungsprobleme zu sein.
Derweil führten die Plasmoden einen vernichtenden Schlag gegen die menschliche Bevölkerung auf Artemis IV, der beinahe die gesamte Planetenoberfläche vernichtete; ein Großteil der Siedlungen wurde ausgelöscht. Im gesamten Universum hielt die Menschheit vor Schreck den Atem an.
Noch am selben Tag soll Dr. Stone seine Forschung auf einen weiteren Bereich ausgedehnt haben. Er setzte ein Forscherteam auf die Großrechner der Standard-Droiden-Fabrikschiffe an. Sein Ziel war es, die TAD so bald wie möglich einsatzfähig zu bekommen und die Rechner der Fabrikschiffe auf die neue Technologie umzuprogrammieren. Der nötige Umbau der Rechner sollte mit C5 durchgeführt werden. Das Forscherteam arbeitete schnell und erfolgreich, die Software für die geplante Umrüstung der Großrechner funktionierte einwandfrei. Die Fehlschläge der TAD ließen sich entgegen aller Erwartungen nicht beheben.
Aufgrund der steigenden Verluste im Krieg entschloss sich das Militär, den Großrechner eines Frachtschiffes mit C5 umzurüsten und mit der TAD-Software zu speisen – ohne Rücksprache mit Dr. Stone. Als Versuchsobjekt wählte man die Delfin aus, ein interplanetarisches Fracht- und Fabrikschiff der Größe M, das in der Vergangenheit bereits seine Tauglichkeit bewiesen hatte. Mit einer Fracht von zwei Bataillonen Rangern in Stasis, einer Kompanie Guardians, knapp 30 Reparaturdroiden und einigen CY-102-Einheiten schickte man die Delfin zur Unterstützung nach Artemis IV, wo heftige Bodenkämpfe die letzten menschlichen Siedlungen auszulöschen drohten.
Die Frachträume der Delfin belud man mit Ersatzteilen für die Droiden, die die Delfin zur Reparatur oder zur Herstellung neuer Droiden nutzen konnte. Allerdings waren die Teile rar, wenn man sie mit den zu erwartenden Verlusten verglich. Deshalb ergänzte man das TAD-Programm um einen weiteren Befehl, der bei Gefahrensituationen umgehend aufgerufen werden sollte: „Beschaffe die erforderlichen Rohstoffe und aktiviere das Bauprogramm. Improvisiere, falls nötig.“
Damals wusste ich nicht wirklich, worauf ich mich eingelassen hatte, als man mich für dieses Unternehmen einteilte. Außer unserem Elitetrupp wusste niemand von dem Einsatz und dessen Hintergründe; alles war top-secret. Als ich mich mit meiner Kompanie in den Tiefschlaf versetzen ließ, rechnete ich damit, vor Artemis IV geweckt zu werden und auf der Planetenoberfläche ein Ende durch die Hand eines Plasmoden zu finden. Doch dazu sollte es nicht kommen.

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