FEARLESS - Das Finale der deutschen Weltmeisterschaft
Wir haben keine Chance...
...also nutzen wir sie. So lautet definitiv das Motto des Siegers der Deutschen Fearless-Meisterschaft 2003. „Mit dem Mut der Verzweiflung“, „Mit dem Rücken zur Wand“, „Wie eine in die Ecke gedrängte Ratte!“, all diese Floskeln reichen nicht aus, um das zu beschreiben, was der diesjährige Titelgewinner im Finale fabriziert hat. Aber lassen wir unserem Haus- und Hofberichterstatter und zertifizierten Spitzenspielreporter Kurt das Wort.
Nach sechs mehr oder minder anstrengenden Matches trafen die beiden Finalisten auf einander. „Tante Emmas Killer Kommando“ unter der Leitung von Manager Milos Todic traf auf „The Wishmaster“ unter der Führung von Alexander
Dummerweise hätten sie das tun sollen, denn so hätten sie sich selbst unnötigen Zeitdruck erspart. Nun machten sich bereits bei zwei Mitgliedern von „The Wishmaster“ leichte Schwächerscheinungen bemerkbar und frei nach
Wolter. Beide Teams hatten bis dato ein cysionenstarkes Turnier hingelegt, wobei das Team des Vorjahresvierten doch wesentlich mehr Federn hatte lassen müssen, als der Konkurrent. „The Wishmaster“ hatte PAD, VHOM, Spider und Assow eingebüßt, konnte also aus dem relativ Vollen schöpfen, wohingegen „TEKK“ nur noch drei Kämpfer in die Arena schicken konnte. Dennoch war das bereits  auf  dem Papier  alles  andere  als  eine klare Sache. Dagegen sprachen zwei Dinge. Zum einen verfügte Manager Todic über die wesentlich größere Erfahrung und zum anderen waren seine verbleibeben Spieler keine dahergelaufenen Teilzeit-Helden, sondern Vollzeit-Killermaschinen.
dem Motto „Dieses war der zweite Streich und der dritte folgt sogleich“ oder auch „Wenn man nicht alles selber macht, ist man verraten und verkauft“, stach der Mantis ein drittes Mal zu. So vergiftete er nun auch den Cysionen und plötzlich wurde den Jungs von Alex Wolter klar, dass sie weniger lachen hätten sollen, denn nun tickte die Uhr gnadenlos gegen sie alle drei. Die Fans von „TEKK“ begannen bereits erste Siegeshymnen anzustimmen und der einer oder andere dachte bereits an den Titel. Und dieser Funke sprang nun auch langsam auf die Kollegen des Mantis über. Nun traf der G-1000 zumindest einmal ins Schwarze und auch der G-2000 erwachte zum Leben, wenngleich seine Zielerfassungssysteme noch
So traf man sich dann unter besten Vorraussetzungen für ein Bombenmatch zum gepflegten Knochenmahlen in wirklich malerischem Ambiente. Ein Lob an dieser Stelle an den Platzwart und den Designer der Finalarena. Auf dem Gelände hätten selbst die größten Gurkentruppen ein einschaltquotentechnisch gesehenes Traumfinale hingezaubert.
im Tiefschlaf schienen.
Doch diese Fahrkarten waren der endgültige Startschuß für die Mannen um Manager Wolter. Während Mraxsveks zunächst den G-2000 verscheuchte und dann dem G-1000 ordentlich was vor den Bug setzte, nahmen sich C-Type und Dave den  Mantis zur Brust. Im wahrsten sinne des Wortes angestachelt biss der Cysione einige große Stücke aus dem
Auf den ersten Blick wirkte die Arena recht kahl. In der Mitte thronte ein mächtige Festungsanlage, um die sich zahlreiche Felsformationen und Erhebungen im Gelände breit gemacht hatten. Auf den zweiten Blick  stellte sich dann heraus, dass die Arena alles andere als ein Paradies für Schützen war. Die potentiellen Zele hatten hinreichend Deckungsmöglichkeiten. Alles in allem recht anspruchsvoll konstruiert, aber ich will mich hier nicht in eine Abhandlung über das Design von Fearless-Arenen ergehen.
Insekt heraus, das sich verzweifelt zu wehren suchte, ehe Dave mit einigen wohlgezielten Hieben das Kapitel „Spezies 479“ für dieses Finale schloß und auf den Zuschauerrängen ein Wechselbad der Gefühle einläutete. Während die Fans von „The Wishmaster“ diesen Kill lautstark feierten, kamen auf Seiten der „TEKK“-Anhänger erste verstohlene Durchhalteparolen: „Der hat seinen Zweck erfüllt!“ „Der hat alle drei vergiftet, da kann er ruhig sterben!“ „Jetzt sind alle drei angeschlagen, da müssen die jetzt das Spiel



Um diese Arena herum hatten sich die Fans platziert und sorgten bereits lange vor dem Beginn der Partie für ordentlich Stimmung. Schlachtengesänge, Sprechchöre und La Ola allerorten und der Jubel wurde lauter als endlich der erste Fighter die Arena enterte.
machen. Die müssen kommen!“ – Und bei Gott, sie kamen...Der G-1000 begab sich in Position, um dem Plasmoden eventuell ein wenig Ausrüstung zu plätten, doch Mraxsveks war schneller und knallte dem Guardian einfach die Weste weg. Auch der G-2000 war nicht erfolgreicher. Er zog sich hinter die Festung zurück, in der Gewißheit, dass der Gegner kommen musste, doch er wäre um ein Vielfaches sicherer gewesen, hätte er es geschafft, seinen Sturm zu aktivieren. Da ihm dies jedoch nicht gelang, war er ein wenig hilfloser, als er es sich gewünscht hätte.
Dave wusste, was die Uhr geschlagen hatte und zündete nun sein Cyberbein, um möglichst schnell den G-1000 zu erreichen, der doch ein ganzes Ende entfernt stand. So preschte er vor, rannte um die Ecke, rauschte voll in den G-2000 und das Letzte was dieser sah, war Daves Kralle, die auf seinen Kopf zuraste –
 „The Wishmaster“ hatte die Eröffnung gewonnen und schickte zunächst einen der absoluten Leistungsträger des Turniers ins Rennen. Mraxsveks verließ das Gate und orientierte sich gleich in Richtung eines alten Bunkers, von dem aus er das gegnerische Gate gut im Blick hatte – oder zumindest hätte haben sollen, denn kaum, dass der Plasmode sich bewegt hatte, öffnete sich das Tor von „TEKK“. Eine geballte Ladung Ärger machte sich eiligst in Richtung Plasi auf und auch der Letzte konnte sehen, warum viele den geflügelten Mantis-Krieger für einen der stärksten Newcomer halten.




Auch Mraxsveks erkannte die Gefahr und wechselte den Standort, so dass der Mantis kurzerhand den Kurs änderte und sich zur Festung orientierte, wo er dann relativ planlos umherzuirren schien, doch dieser Wahnsinn hatte Methode. Während Mraxsveks noch nach der optimalen Schussposition suchte, verwirrte ihn das Umhergetänzel des Mantis scheinbar so sehr, dass er die Geschwindigkeit des Rieseninsekts unterschätzte und sich dieses nicht zweimal bitten ließ, um ihn anzugreifen. Mit zwei mächtigen Sätzen war es beim Plasmoden. Dieser war so überfahren, dass er keine Reaktion nicht, selbst dann nicht als der Mantis sein Schwert mit dem Schwanzstachel zerstörte und ihn dann vergiftete. Frenetischer Jubel brach auf den Rängen unter den Fans von „TEKK“ aus. Dieser Auftakt war ganz nach ihrem Geschmack.
und bei einem kybernetisch verstärkten Arm hilft auch der beste Helm nichts.Und während der Mutant sein Cyberbein nutzte, um den G-1000 zu erreichen, krachte der kopflose Blechhaufen ebenso zu Boden wie die Stimmung der „TEKK“-Fans. Für einige Augenblicke regierte das blanke Entsetzen, dass der mächtige Guardian buchstäblich „im Vorbeigehen“ niedergemäht worden wahr. Gelähmt vor Fassungslosigkeit und den sich überschlagenden Jubel der gegnerischen Fankurve im Ohr, mussten die „TEKK“-Anhängern mit ansehen, wie die Leute von Manager Wolter die Schlinge um den Hals des G-1000 legten und langsam zuzogen.
Mraxsveks deckte mit seiner Waffe gleichzeitig den Rückzugsbereich des Guardians ab und sicherte den Sturmlauf des Cysionen. Dieser
Etwas ratlos warf der Plasi einen Blick über seine Schulter und sah Dave Sisoron, der ihm bereits zur Hilfe geeilt war und geifernd hinter einer Steinsäule lauerte, doch zugleich musste er feststellen, dass auf Seiten von „TEKK“ ein G 2k II das Schlachtfeld betreten hatte – und dieser sah nicht aus, als sei er gewillt seinen Mantis-Kollegen zuschaden kommen zu lassen.
Allerdings war der gute Davyboy vorerst eine Ecke zu schnelle für den Blechkameraden, so dass er in den Rücken des Insekts huschen konnte und ihm mit einigen kräftigen Hieben kurz „Hallo“ sagte. Mit einem bösen Glitzern in den Augen, dass man bis auf die letzten Ränge wahrnehmen konnte fuhr der Mantis herum und drohte dem Mutanten, doch dieser lachte ihm ins Gesicht. Teils, weil das Insekt nichts weiter unternahm, teils weil nun „The Wishmaster“ seinen dritten Kämpfer ins Rennen schickte und das war niemand geringeres als der C-Type, jene Legende der Arenen, die schon so Viele das Fürchten lehrte – und dieses Mal war es Zeit, daß der Mantis eine Lektion erhielt. So sprintete der Cysione vor, zielstrebig wie eh und je, und attackierte ihn von hinten, jedoch ohne nennenswerte Ergebnisse.

stand dann auch bereits kurze Zeit später in Position und spuckte den von Dave vor sich hergetriebenen G-1000 an ehe die Stunde des Marxsveks schlug. Mit einer wahren Glanzleistung in Punkto „Zielgenauigkeit“ schälte er ihm eine Beinschiene weg, schoß dann noch einmal das volle Pfund in das ungeschiente Bein, vernichtete dann die Splitterweste, die Nahkampfwaffe und schließlich und endlich die Fernkampfwaffe des Guardians, der nun völlig am Ende war. Keine Fluchtmöglichkeit mehr offen, keine Deckung mehr zu erreichen, keine Waffen mehr in Händen – angesichts dieser traurigen Aussichten gab Manager Todic den Befehl zur Aufgabe, welche Manager Wolter nur allzu gerne akzeptierte. So fand das denkbar turbulente Finale der sechsten Meisterschaft einen würdigen Sieger, der sich nach Spielende auch überglücklich zeigte. Getragen auf einer Welle des Jubels und der Ausgelassenheit ging er zur Siegerehrung und zeigte sich als fairer Sieger, der seinem Gegner ehrlich gratulierte und dessen Leistung Respekt zollte – eine Geste, der ich mich nur anschließen kann.

Völlig überrascht, dass seine Karten plötzlich so schlecht standen, war der Mantis nun etwas überfordert. Allein, gegen die zwei größten Nahkampfmonster der Arenen, konnte er es nicht verhindern, dass sich der Plasmode aus dem allgemeinen Getümmel verabschiedete, wenngleich sich dieser dabei reichlich ungeschickt anstellte, und konnte auch nicht selber fliehen. Ihm blieb nur noch die Hoffnung, dass seine Teamkollegen ihn da irgendwie rauspauken konnten – dies du das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten. Leider war beides nicht unbedingt der Brüller.
Zum Abschluß noch ein persönliches Wort von mir. Ich habe bereits viele Finals und noch viel mehr Turniere gesehen, aber dieses wird mir definitiv als das Größte überhaupt in Erinnerung bleiben. Zwei starke Teams, die mit allen Mitteln, aber dennoch stets fair und ansehnlich um den Sieg gekämpft haben – das ist Fearless, wie wir es sehen wollen.

In diesem Sinne, Euer

Kurt

Nun kam der G-1000 MK II, um das Schlachtfeld einmal von Innen zu betrachten und für ein wenig Rabatz zu sorgen, doch dies war nur die Theorie und während er bei Dave drei Fahrkarten löste, bleibt zu allem Überfluß sein blecherner Kumpel von vornherein ganz aus, was die gegnerischen Fans natürlich aufs frenetischste bejubelten und feixend ihre Kommentare abließen. So kam es, dass der Mantis auf sich allein gestellt war. Doch irgendwie war auch bei ihm in jenem Moment der Wurm drin, denn er brauchte vier Anläufe, ehe er Dave mit seinem Schwanzstachel verletzten konnte. Glücklicherweise waren sowohl der Mutant, als auch der Cysione zu sehr mit grinsen beschäftigt, als dass sie auf die fruchtlosen Bemühungen des Insekts hätten reagieren wollen.
 

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