Ork-Boß auf Tour
von Bernd Siepmann 
Mit diesem Bericht möchte ich Euch ein wenig über die Idee, die Voraussetzungen und den Bau erzählen, die letztendlich zu dem abgebildeten Diorama führten. ╬Ork-Boß auf TourÔ habe ich die Szene genannt, die ich fast ausschließlich mit Excalibur-Miniaturen gebaut habe.
Als ich das Modell zu sehen bekommen habe (Sänfte mit Häuptling der Orks und Goblin-Standartenträger), wußte ich sofort, daß da ein wenig mehr Arbeit auf mich zukommen würde, als es nur zu bemalen. So ein Modell lädt einen Dioramenbauer natürlich sofort ein, eine hüpsche Szene zu bauen. Die richtige Idee dafür kam recht schnell. Da es im Angebot von Excalibur-Miniaturen jede Menge hervorragende Miniaturen gibt, fanden sich auch sehr schnell einige, die sich optimal dafür eigneten.
Meine Idee sah so aus: Da sich die Träger mit der Sänfte schon allein abmühen müssen, kam mir der Gedanke noch eins drauf zu setzen und ihnen ein folgenschweres Hindernis in den Weg zu stellen, oder besser gesagt zu bauen. Eine etwas zu schmale Treppe, war da so mein erster Gedanke. Jetzt mußte ich ihn nur noch umsetzen.
Die Bemalung der Figuren nahm an sich schon einige Zeit in Anspruch, so daß ich nach einen geeigneten Unterbau Ausschau halten konnte. Meine Vignetten und Dioramen baue ich eigentlich schon aus Prinzip auf Holz. Sie können dann leicht mit einer Glaskuppel oder Glocke verschlossen werden. Das verhindert recht wirkungsvoll die Ablagerung von Staub und es geht auch keiner so schnell an das Modell ran. Also gibt es auch keine so dämliche Frage wie: "Kann man das auch bewegen???". "Ähhh... Nein eigentlich nicht, aber jetzt ja..."
Der Holzsockel fand sich recht schnell. Eine Erhöhung mußte also gebaut werden. Da ich ja eine schmale Treppe mit einbauen wollte, durfte diese dann aber nicht über die ganze Fläche gehen. Etwas mehr als die Hälfte durfte es schon sein. Also Styropor besorgt (ca 25mm stark), geschnitten, mit Holzleim aufgeklebt und trocknen gelassen. Die Ränder wurden dann später mit einem scharfen Messer und Terpentinersatz (frißt sich unheimlich toll in das Styropor) bearbeitet. Schließlich wollte ich keine glatten Mauern oder Ähnliches haben, nein Naturstein sollte es werden. Naturstein kann man am besten mit echten Steinen darstellen. Klein gehauener Fels, den ich mal irgendwann aus meinen Urlaub mitgebracht habe, wurde nun in die Aussparungen geklebt, die ich vorher geätzt und geschnitten hatte. Da ich alles im Dioramenbau mit Holzleim klebe, also den sogenannten Weißleim, spreche ich also hier weiter von kleben.
Es stellte sich die Frage: "Wie sollte ich nun die erhöhte Fläche gestalten?" Da mein Ork Boß auf Besichtigunstour ist, dachte ich mir, ein zerfallener Tempelbezirk würde da ganz gut aussehen. Treppe wie Weg modellierte ich aus einem Modellierwerkstoff aus dem man auch Puppenköpfe macht. Der härtet an der Luft, man kann ihn sehr gut bemalen und wenn man es noch richtig anstellt (ein wenig mehr Wasser nimmt), dann gibt es noch herrliche natürlich Risse im Material, die man gar nicht selbst Modellieren kann.
Da es nicht allzu viele Säulen von irgendwelchen Herstellern gibt, machte ich mich selbst ans Werk. Ich habe sie aus Styropor zurechtgeschnitten und ihr mit einer Feile den letzten Schliff gegeben. Die Oberfläche der Säule überzog ich mehrmals mit einer Mischung aus Leim und feinem Quarzsand. Die Ränder, vier an der Zahl, bekamen noch eine Mischung aus Leim, Sand und Schieferbrösel um alle Ritzen, Spalten und Löcher zu schließen. Was nach dem Trocknen abfällt, kann übrigens weiter verwendet werden. Die letzten Ritzen habe ich dann einfach mit Reparaturspachtel gefüllt.
All das braucht natürlich Zeit zum Trocknen, die man sinnvoll nutzen kann, um die eine oder andere Figur, die man auserkoren hat, auch noch richtig zu bemalen. Auf das Bemalen möchte ich hier nicht ins Detail eingehen, da es den Rahmen sprengen würde. Wichtig dabei ist, daß alle Figuren grundiert, mit Acrylfarben und Tuschen bemalt und dann später einzeln mit einem sehr guten Klarlack überzogen wurden.
Alle Vorarbeiten waren gemacht. Nun konnte mit der Plazierung der einzelnen fertig bemalten Figuren begonnen werden. Den Anfang machte natürlich die Sänfte, die ja das Kernstück des Ganzen ist. Die Stege an den Trägern, die sonst in den Basen gesteckt werden, blieben an den Figuren. Eine gute Auflage sollte man einfach nicht wegschneiden.
Also angepaßt ins Diorama aber noch nicht verleimt, da ich ja noch den Weg bemalen mußte, an den ich später nicht mehr herankommen würde. Ein dicker Pinsel und verschiedene Farbtöne halfen hier. Eine nach der anderen Figur wurde nun plaziert und verleimt. Da ich aber noch Platz im unteren Bereich des Dioramas hatte, habe ich dort etwas Kleingetier aus dem DSA-Sortiment genommen. Eine kleine "Extra-Szene" ist immer gut: "Ratten gegen Schlangen". Und dann ist da noch das Haustier von unsere kleine Orkbande, eine kleine Laufechse. Die stellte ich einfach auf die Treppe, denn: ╬Mhmmm lecker Ratten ... ╬.

Als dann alles nach längerer Trockenzeit schön fest war, ging es noch einmal an das Gelände. Mit einem Pinsel brachte ich nun Reparaturspachtel Stück für Stück auf und das damit wachsende Gelände bekam Struktur. Außerdem konnte ich auch jetzt noch das ein oder andere kleine Schmankerln einbauen oder den ein oder anderen Fehler ausmerzen. Auch hier muß man natürlich gewisse Trockenzeit berücksichtigen. Nach dieser konnte ich nun ganz normal das Gelände bemalen. Hier half einfache Abtönfarbe. Ein paar ╬GrasbüschelÔ hier ein wenig Beflockungsmaterial dort und fertig war das Diorama.

Ich finde es ist ganz gut gelungen, oder?!

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