Aus dem FEARLESS Universum
eine Fortsetzungsstory von Sebastian Meusel
Mückenstiche Fortsetzung  Teil 2
Die Luke öffnete sich mit einem leisen, metallenen Knirschen und sofort lief ihr Trupp ins freie. Das erste was Corona wahrnahm, war die schier unglaubliche Hitze. Das Metall der Kapsel strahlte jede Menge Wärme ab. Noch dazu schien in dieser Gegend des Planeten selbst, subtropisches Klima vorzuherrschen. Verdammt, dann klebte wieder das Innenfutter des Anzuges an der Haut. Und erst mal die vielen Insekten, die so gern in die Spalten der Rüstungen krochen. Das war überall das Gleiche. Der Dschungel um sie herum war dicht verwachsen und düster anzuschauen. Überall pulsierte und vibrierte Leben in vielfältigster Form. Aufgeschreckt durch die Niederkunft des Schreckens in ihr Refugium. 
Eine ideale Brutstätte für die verfluchten Cysionen. Diese Biester paßten sich genetisch der Fauna ihrer  neuen Umwelt an und suchten sich die wildesten Lebensformen der Welt, auf der sie ausgesetzt wurden, um deren Fähigkeiten zu kopieren und sich selbst in perfekt getarnte Killermaschinen zu verwandeln. Dann brüteten sie wie wild und vermehrten so ihre Ränge bis ganze Schwärme von ihnen über die einheimischen Lebensformen oder fremde Soldaten herfallen konnten. Und diese Drecksbiester hörten dann immer noch auf ihre „Herren“ die Plasmoden. Sie konnten nur hoffen, daß es ihnen seid ihrer Aussaat noch nicht gelungen war, sich allzusehr zu vermehren. In der Ferne hörte sie bereits das Donnern von Geschützen und das Heulen und scharfe Knallen der Plasmawerfer und Laserwaffen. Sie hatten anscheinend Glück gehabt und waren etwas hinter den feindlichen Linien, oder Seitwärts von ihnen aufgesetzt. Ihre genaue Position würde in wenigen Minuten feststehen sobald das mobile Positionierungssystem einsatzbereit war. Vier von ihnen hatten bereits die Umgebung der Kapsel gesichert und der Rest machte sich daran das Material auszuladen. 
Jeder kannte seine Aufgaben. Alles funktionierte wie ein Uhrwerk. Zu allererst wurde ein kleiner Koffer die Rampe hinab getragen. Darin befand sich das mobile Positionierungssystem. Corporal Soudduk begann sofort mit dem Aufbau und der Kalibrierung des Gerätes. Es funktionierte mittels eines von den Trägerschiffen ausgesandten Signals und zeigte den Bodentruppen immer ihre relative Position zum Feind und den eigenen Truppen an. Sollten alle Trägerschiffe zerstört werden, so setzten sie im besten Falle kurz vor dem Exodus eine kleine Sonde aus, die diese Funktionen noch für 48 Stunden aufrecht erhielt und eventuellen Rettern die Position der Truppen verschlüsselt durchgab. Das Gerät gab ein Zirpen von sich, dann eine Reihe von leisen Glockentönen und zeigte so an, daß es funktionstüchtig war und ihre Position bereits bestimmte. Während dieses Vorgangs hatten andere Soldaten bereits die Ausrüstungssäcke verteilt, in denen das Equipment enthalten war, welches auf einem solchen Planeten über leben und tot entscheiden konnte, sollte man von der Truppe getrennt werden. Seine Waffen trug jeder bei sich. Zusätzliches Gerät wurde immer erst am Boden ausgegeben. Wenn man natürlich mitten im Kampfgebiet herunterkam mußte dies warten, wenn es überhaupt je dazu kam.
-„Soudduk, wo befinden wir uns und wie ist die Lage.“
Sprach sie in ihr truppinternes Funknetz. Prompt kam die Antwort in des Corporals sonorer Stimme.
-„Zwei Klicks hinter den Plasmoden. M.P.S. funktioniert einwandfrei. Das zentrale Kampfgeschehen findet in südlicher Richtung statt. Ein Marsch von ca. 1 Stunde. Die 'Amazon' und die 'Jangze Kiang' stehen unter relativ starkem Beschuß von dem Trägerschiff im Orbit, werden aber damit fertig. Sie versuchen den feindlichen Jägern zu entkommen und warten dann an den Sprungkoordinaten auf Verstärkung. Keine weiteren feindlichen Trägerschiffe oder Truppentransporte in Sicht. E.T.A der M.I., zehn Stunden und 13 Minuten. Die anderen Squads halten die Cysionen noch aus ihren Landegebieten raus. Jedoch scheinen sie Zahlenmäßig unterlegen zu sein. Die 'Jolly-Rogers', die 'Star Jaguars' und die 'Reapers Scythes' halten die Stellung. Die Kapsel der 'Firebirds' wurde über dem Planeten von Jägern zerstört. Und die 'Icewolfs' sind noch weiter weg runter gegangen als wir. Es 
muß starke Winde in der oberen Stratosphäre geben, die sie ca. 10 Klicks nach Osten getrieben haben."  -  "Sarge, wir müssen uns durch den Dschungel zu den kämpfenden Einheiten durchschlagen und sie unterstützen. 
Die können jede Hilfe brauchen und die 'Icewolfs' werden nie rechtzeitig bei ihnen sein.“
"Sagen sie mir nicht was wir müssen, oder nicht müssen Corporal! Aber sie haben recht. Die Anderen brauchen uns. Los Jungs. Laßt uns den Plasmos von hinten in den Arsch treten. War-Wizzards. LOS!!“   -------   -„Funkstille, ab jetzt.“
Das war grundsätzlich ihr letztes Kommando an ihren Trupp. Und ihre 10 untergebenen Soldaten wußten genau, daß diese einzuhalten war. Es bestand immer die Möglichkeit, daß der Feind über Scanner und genug Sprachkenntnisse verfügte, um ihre Gespräche abzufangen. Von nun an würde man sich mittels Fingerzeichen verständigen. 
Sie waren über 2 Stunden durch den fast undurchdringlichen Urwald gewandert, immer auf der Hut, um nicht von feindlichen Einheiten überrascht zu werden. Einmal war es verdammt knapp gewesen. Eine fliegende Einheit der Plasmoden, hatte im Tiefflug ihr Waldgebiet überquert. Doch dank der tarnfarbenen Rüstungen waren sie, inmitten des dichten Buschwerkes, vom Blätterdach des Regenwaldes geschützt, unentdeckt geblieben. Danach hatten sie es nur noch mit Insekten und gelegentliche größeren Tieren zu tun, welche jedoch bei ihrem Anblick meist schnell reiß aus nahmen. Lediglich ein offenbar weibliches, sonderbar bärähnliches Wesen, hatte sie zu einem Umweg gezwungen. Da es wehement seine Bruthöhle verteidigte, zum Glück jedoch nicht angriff. 
Codoba und Stinth waren dafür gewesen es zu töten, aber sie hatte ihnen ihren bösartigsten Blick geschenkt und die beiden hatten ihrem Umweg zugestimmt. Ein Fluß, den sie mit einiger Mühe überquerten, kostete sie noch einmal einige Minuten, doch schließlich zeigte das M.P.S. und der Lärm ihnen an, daß sich der Kampf nur noch kurz von ihnen entfernt abspielte. 
Sie hob die Hand, zum Signal des Stillhaltens und Wartens. Alle lauschten angespannt in den Dschungel hinaus. In einiger Entfernung hörten sie das Feuern der Gewehre und Geschütze und die schrillen Schreie von dem, was nur die hiesigen Varianten der Cysionen sein konnten. Diesen Lärm jedoch blendeten alle aus ihrer Wahrnehmung aus und konzentrierten sich komplett auf ihre nähere Umgebung. Hier mußten die Nachschublinien des Feindes verlaufen. Hier würden sie zuschlagen und ihren ersten 'Stich' setzen. Bewegungslos verharrten alle im dichten Unterholz. Die Bäume waren hier nicht so hoch wie im restliche Teil des Waldes, nur etwas unter der Hälfte ihrer benachbarten Baumriesen. Jedoch bot ihr dichtes Blattwerk noch immer genug Schutz vor Entdeckung aus der Luft. Eine widerliche, echsenartige Kreatur glitt blitzschnell über de´la Esperancas Bein und verschwand neben ihr im dunkel der Büsche. Sie blinzelte kurz, atmete tief durch, wenigstens kein Cysvieh, sonst hätte es sie sicherlich angegriffen. Sie schaute sich weiter um. Da war noch eines dieser Wesen und noch ein anderes. Fast wie eine Katze, nur kleiner und bedeckt mit Schuppen. Es blickte sie kurz neugierig an und rannte dann weiter. Eine gigantische Spinne, huschte an ihr vorüber. Mit ihren langen Beinen schwebte sie fast durch die Blätter des niedrigen Baumes an den sich Corona preßte. 
Hier stimmte was nicht. Diese Tiere flohen vor etwas. Alle in die selbe Richtung. Ein großes Wesen mit gräulich blauer Haut hastete zwischen ihrem und McAllens Standort hindurch, eine Blick voller Panik auf den seltsamen Zügen. Dann bemerkte sie das Beben. Eine leichte Vibration durchlief den Baum an den sie sich lehnte. Ein Blick zu McAllen verriet ihr, das auch er dieses Phänomen bemerkt hatte. Statik knisterte in ihrem Ohr. Etwas störte die Funkfrequenzen.
-„ACHTUNG! Da kommt etwas von UNTEN!“
Brach Soudduks Stimme durch das Rauschen hindurch die verordnete Funkstille. Sie würde es ihm nicht übel nehmen, denn sie hatte kaum selbst Zeit zu reagieren und einen überraschten Schrei auszustoßen.
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Was immer es war. Es war groß. Sie alle rannten so schnell sie konnten, durch den dichten Dschungel. Immer darauf bedacht ihren Nächsten im Blickfeld zu behalten. Nach etwas 100 Metern rief sie das Stoppkommando und fragte nach dem Verbleib ihrer Truppe. Die Antworten kamen außer Atem, aber sofort.
-„Moretti hier! - Private
-„Soudduk hier!“ - Kommunikationsoffizier und Tech-experte
-„Ambrose O.k.!“ - Private
-„McAllen klar!“ - Private
-„Tzieng hier!- Plasma MG Schütze
-„Stinth klar!“ - Private
-„O´Connel.O.k.!“ - Sanitäterin
-„Fendler klar!“ - Private
-„Codoba is´ bei ihnen Sarge!“, dieser Kerl mußte stets das letzte Wort haben und war unter Anspannung kaum leise zu bekommen, jedoch blieb er bemerkenswert Ruhig dabei. Das mußte er auch sein, denn er war der Sprengstoffexperte des Squads. Allerdings hielt er angeordnete Funkstillen immer ein.. Ihre Truppe war also noch vollständig.
Hinter ihnen erhob sich, so schien es, ein Berg aus der Erde. Doch bei genauerem Hinsehen erkannte man, daß sich eine Art Hangardach öffnete. Eine gigantische unregelmäßig geformte Plattform aus Waldboden, begann sich Meter um Meter zu heben um schließlich in einem Winkel von etwa 40 Grad zu verharren. Die auf ihr befindlichen Bäume ächzten unter der gewaltigen Belastung, doch hielten sie ihr stand. Blätter, Äste, kleinere Tiere und Insekten regneten aus ihren Kronen herab. Was war das?

Fortsetzung folgt....

der 3. Teil erscheint in der nächsten NetNews

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