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Da capo! Da capo!
Bericht aus der ersten FEARLESS-Liga von unserem Reporter Kurt
 
Tja, Fearless-Fans, es gibt Dinge, die ich nie verstehen werde. Warum landet mein Frühstücksbrötchen prinzipiell auf der Marmeladenseite, wenn es vom Tisch hüpft? Warum ist der Eingriff meiner Unterhose morgens immer links, obwohl ich doch Rechtsträger bin? Und warum wurde dieses Abschlußspiel der zweiten Liga so lange der Öffentlichkeit vorenthalten? Die ≥Overlord Evils„ empfingen die ≥Woodworms„, und beide Teambesitzer hatten vor dem Match angekündigt, die Fans für die lange Wartezeit auf diese letzte Partie der laufenden Spielzeit, sowie für 
Beteiligte Söldner

Dave Sisoron
Renee Rouguet
Mary-Ann Walton
D-Krieger
Cane

die (auf beiden Seiten) gerade mal durchwachsene Saison zu entschädigen. Und sie erfüllten dieses Versprechen voll und ganz.
Bereits Stunden vor Spielbeginn strömten die Fanmassen in die Arena und auch ich ließ mich durch diese Versprechungen dazu verleiten, mir den Nachmittag mit kultiviertem ≥hack and slash„ zu vertreiben (dadurch und durch mein leeres Konto). Eine Entscheidung, die niemand bereute. 
Die Ausgangslage war für beide hervorragend gewesen. Was die Plazierung anbelangt, so befanden sich beide jenseits von gut und böse. Die Teambesitzer waren in der Lage, aus einer für den letzten Spieltag erstaunlich großen Anzahl von Kämpfern auswählen zu können. Ganz abgesehen davon, war dies die letzte Chance für die Gladiatoren, sich noch einmal vor den Augen der Fearless-Company-Leitung und den anderen Stallbesitzern für die nächste Saison zu empfehlen.
Dementsprechend legten sie dann auch los. Den Anfang für die ≥Woodworms„ machte Renee Rouguet, die auch gleich forsch voranstürmte und so aus einer günstigen Position heraus der Dinge harrte, die da zunächst einmal in Form von Dave Sisoron aus dem Gate der ≥Overlords„ eilten. Ungerührt setzte Miss Rouguet ihren Weg fort und sicherte den Auftritt des Dave Sisoron ihres Teams (gepriesen sei das Cloning), zumindest so lange bis Mary-Ann Walton mittels eines Sprungtornisters keine fünf Meter von ihr entfernt landete. Und auch Overlord Dave ließ sich nicht lange bitten, sondern preschte frontal auf sein Spiegelbild los. Damit war die kontrollierte Offensive der ≥Woodworms„ Geschichte. Die beiden ≥Overlords„ hatten sie voll auf dem falschen Fuß erwischt und fielen nun über ihre Gegner her. Ja, Fearless-Fans, es war richtig Musik drin.
Teilweise schienen beide Teams regelrecht übermotiviert. Vor allem die ≥Overlords„ legten einen furiosen Auftakt hin. Da störte es auch nicht weiter, daß beim ersten Schlagabtausch sowohl Mary-Ann als auch Dave über ihre eigenen Füße stolperten. Das ist Einsatz!
Außerdem gab dies dem D-Krieger der ≥Overlords„ genügend Zeit, sich hinter einem der beiden Tanks auf dem Spielfeld zu positionieren, und in aller Ruhe abzuwarten. Zunächst machte Renee Rouguet einen dezenten Schritt zur Seite, um Miss Walton nach einer kurzen Konzentrationsphase schließlich eine volle Breitseite zu verpassen und sie so vom überschüssigen Ballast in Form ihres Sprungtornisters zu befreien. Dies nahm nun Cane zum Anlaß, seinerseits die Arena zu betreten und sich ebenfalls freundlichst um Miss Walton zu kümmern.
Zur gleichen Zeit befreite Mister Sisoron sein Ebenbild auf Seiten der ≥Overlords„ von seiner 
ach so schweren Splitterweste, um ihm dann noch ein paar freundliche Hiebe aufs Brustbein zu verpassen. Das wollten die ≥Overlords„ nicht auf sich sitzen lassen und so ging Miss Walton umgehend mit Miss Rouguet in den Infight, der jedoch nur bedingt von Erfolg gekrönt war. Ihr Mitstreiter Dave machte sich gegen seinen Zwilling schon etwas besser, jedoch nur so lange, bis 
dieser erneut auf ≥Evil Daves„ Rippen Xylophon spielte und ihm damit ziemlich die Luft raubte. Der D-Krieger, als dritter im Bunde, hielt sich weiterhin vornehm zurück und rückte in die nächste Deckung vor. Mister Sisoron hatte genug davon, seinen ≥Evil Twin„ zu malträtieren und erlöste ihn kurz und schmerzlos, indem er seinen Kopf zu einem gewaltigen Paukenschlag mißbrauchte und sich dann in das nächste Waldstück zurückzog. Zeitgleich wechselte Cane die Stellung, um die Auseinandersetzung zwischen Mary-Ann und Renee besser im Auge zu haben. Das nenne ich ≥Teamwork„! Da fühlt sich noch jeder für jeden zuständig.
Miss Walton war es dann, die die Initiative ergriff und sich ihre Kontrahentin schnappen wollte. Die wußte das jedoch mit einem galanten Sidestep zu verhindern. So tat es Mary-Ann Mister 
Sisoron von den ≥Woodworms„ gleich, der nach wie vor die Situation beobachtete, immer auf der Lauer nach dem geeigneten Zeitpunkt für einen erneuten Einsatz. Leider stellte sie sich dabei nicht ganz so geschickt an. Sie sammelte sich, um eine neue Taktik zu ergreifen, als Cane mit einem satten Tempowechsel den Auftakt zu einem flotten Solo lieferte und Miss Walton ein Finale furioso bescherte. Geradezu virtuos sandte er ein punktgenaues Stakkato seines Tötungsinstrumentes in Richtung Mary-Anns, die damit sang- und klanglos abtrat.
Doch Genie und Wahnsinn liegen meist mehr als dicht beieinander. Das war nicht nur bei Mozart so, sondern gilt auch für Cane. Er ignorierte nämlich zunächst den herannahenden D-Krieger, schoß dann aus weniger als zehn Metern an ihm vorbei, verklemmte seine Waffe und bekam zwischendurch einige wunderbare Echos in Form schwerer Treffer zu spüren. Doch so bitter es für Cane war, so unterhaltsam war dieses wilde Duett für die Fans. Angesichts der Entwicklung zogen sich die ≥Woodworms„ ein wenig zurück, um eine neue Taktik zu besprechen, wurden jedoch empfindlich vom D-Krieger gestört. Glücklicherweise (für die ≥Woodworms„) hatte die Waffe des Cysionen Ladehemmungen. Er hatte sich dermaßen in Rausch gekämpft, daß er nun mit Miss Rouguet in den Infight ging, was 
ihr jedoch noch genügend Zeit gab, ihm einen üblen Treffer mitzugeben, durch den er sich doch noch einmal umstimmen ließ und sich hinter ein Waldstück begab. Eine Entscheidung, die er bald bereuen sollte.
Genau dort wo er stand, schien man ihn haben zu wollen. Mister Sisoron näherte sich, wild entschlossen seine zuvor aufgeführte Vernichtungsarie da capo zu präsentieren, unterstützt von Cane, der den D-Krieger aus der Ferne nach allen Regeln der Kunst bearbeitete. Und auch Miss Rouguet spielte mit, so daß die ≥Woodworms„ als Trio alle Register der systematischen Demontage ihres Gegners ziehen konnten. Blendend aufeinander eingespielt, bedeckten sie ihren letzten Widersacher mit so ziemlich allem, was sie hatten und erleichterten ihn um seinen Biosäurewerfer, einen Schwertarm und einige Liter seines Blutes. Das beeindruckte ihn jedoch anscheinend nicht im mindesten. 
Todesverachtend stand er da und erwartete Mister Sisoron.
Doch Heldenmut hin, Entschlossenheit her, jenes Intermezzo war der Anfang vom Ende. Mit einem letzten Aufbäumen stürzte sich der einzig verbliebene ≥Overlord„ auf Sisoron, was diesen zwar kurzzeitig verwirrte, ihn jedoch nicht davon abhielt, seinem Angreifer schließlich kurzerhand einen weiteren Arm zu zerfetzen. Das bedeutete das endgültige Aus für den Cysionen.
Leider gibt es auch Unrühmliches zu berichten. So wurde beiden Teams für ihre äußerst unterhaltsame Darbietung ein Sponsorvertrag angeboten, den sich beide jedoch durch entsprechend ungebührliches Verhalten wieder zunichte machten. (Notiz am Rande: Auch hier lagen die ≥Woodworms„ vorn, die sogar zu einer Konventionalstrafe verdonnert wurden. Eine zweifelhafte Ehre.) Glücklicherweise hielten sich die Fans der ≥Overlord Evils„ zurück und verpaßten dem Tourbus der ≥Woodworms„ lediglich minimale Lackschäden, anstatt richtig Dampf zu machen, wie man es sonst von ihnen gewohnt war. Es wäre auch zu Schade gewesen, wenn ein so tolles Match so ausgeartet wäre.

Fazit: Ein unterhaltsames Spiel, das Lust auf mehr macht. Bleibt nur zu hoffen, daß die nächste Saison ebenso mitreißend wird. 

Bis dann, euer Kurt 

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